Wirtschaftspolitische Gesellschaft von 1947 e.V. W i P o G Frankfurt am Main
Wirtschaftspolitische Gesellschaft von 1947 e.V.W i P o GFrankfurt am Main

Literatur zu Themen, Vorträgen und Veranstaltungen

Tatsächlich wurde die Marktwirtschaft in Deutschland - ein fast einzigartiger historischer Vorgang - durch einige wenige Gesetze und durch kompromisslose Entschlossenheit eingeführt.

                                                                                                                Ludwig Erhard (1957 / W 22)

Der Klassiker der sozialen Marktwirtschaft: Wohlstand für alle

 

Prof. Dr. Ludwig Erhard, bearbeitet von Wolfram Langer, - Wohlstand für alle -

Die Originalausgabe erschien zuerst im Februar 1957 im Econ Verlag, Düsseldorf. Textgrundlage dieser Ausgabe ist die 8. Auflage von 1964, die letzte von Ludwig Erhard autorisierte Fassung. Neuauflage ANACONDA Verlag GmbH, Köln 2009,

432 Seiten, ISBN 978-86647-344-7  Mehr

 

 Sein Leitbild und seine Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft, die unser Land in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich prägten, haben kaum an Gültigkeit verloren. Angesichts der gegenwärtigen nationalen und internationalen Entwicklungen bietet sich die Gelegenheit zur Rückbesinnung, insbesondere auch auf den für Erhard so wichtigen Zweiklang von Freiheit und Verantwortung:

 Der Einzelne muß seine Freiheit nutzen und die dazugehörige Verantwortung übernehmen; der Staat muß die Freiheit des Einzelnen schützen und die individuelle Verantwortung einfordern.

 

LUDWIG ERHARD (1897-1977) gehört zu den wichtigsten Gründerpersönlichkeiten der Bundesrepublik Deutschland. Als Wirtschaftsminister und später als Bundeskanzler hat er den Wiederaufbau entscheidend mitgestaltet. Wie kaum ein anderer deutscher Politiker steht Erhard für den in unserem Land erreichten wirtschaftlichen Wohlstand und sozialen Frieden.

 

 Vorwort zur Neuauflage 2009

Im Februar 1957 - zu Ludwig Erhards 60. Geburtstag - wurde "Wohlstand für alle" erstmals veröffentlicht. Erhard beschreibt darin die wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufbauarbeit in der jungen Bundesrepublik Deutschland. Zudem setzt er sich mit "Meinungen und Irrlehren" seiner Zeit auseinander und stellt ihnen seine Konzeption einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung entgegen, die unter dem Namen "Soziale Marktwirtschaft" Eingang in die Geschichte gefunden hat. Das Buch war - auch dank der Mitarbeit von Wolfram Langer, dem damaligen Leiter des Bonner Hauptstadtbüros des Handelsblattes - angenehm lesbar und erreichte ein breites Publikum: Bis zum Jahresende 1957 wurden annähernd 30.000 Exemplare aufgelegt.

  "Wohlstand für alle" erschien zur richtigen Zeit. Das Buch war zwar nicht als Wahlkampfschrift konzipiert worden, aber der Wahlkampf im Vorfeld der dritten Bundestagswahl im September 1957 hatte begonnen und die unbestreitbaren wirtschaftlichen Erfolge gaben Erhard und der CDU unter Konrad Adenauer Rückenwind. Im Buch wird insbesondere deutlich, dass Erhard den inzwischen populär gewordenen Begriff des "Wirtschaftswunders" für die in den Jahren seit der Wirtschafts- und Währungsreform von1948 erzielten wirtschaftlichen Fortschritte ablehnt. In seinen Augen liegt das Verdienst für die zu beobachtenden Erfolge bei den Bürgern selbst und deren "ehrlichen Anstrengungen".

Freiheitliche Prinzipien in Wirtschaft und Gesellschaft hatten menschlicher Initiative und Tatkraft die Möglichkeit zur Entfaltung gegeben. Das war nach der Zeit des Nationalsozialismus, in der der Einzelne als Teil des Kollektivs kaum einen Wert besaß, eine politische Botschaft: Die Grundlage des beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwungs war die neu gewonnene Freiheit. Sie gilt es seitdem ständig gegen die Idee vom allumhegenden Versorgungsstaat zu verteidigen.

  Ludwig Erhard räumt dem Begriff der Freiheit große Bedeutung ein. Wie ein roter Faden zieht sich dieses Leitbild durch die einzelnen Kapitel. Doch Freiheit darf nicht mit Schrankenlosigkeit verwechselt werden; sie ist immer an die Verantwortung gebunden. Schränkt man die Freiheit des Einzelnen ein, kann man von ihm auch nicht die volle Verantwortung für sein Tun und Lassen erwarten. Umgekehrt gilt: Gibt man Verantwortung (freiwillig oder unfreiwillig) ab, verliert man immer auch einen Teil seiner Freiheit.

  In der derzeitigen globalen Wirtschaftskrise, die als Finanzkrise in den Vereinigten Staaten von Amerika begann, ist die Gefahr des Freiheitsverlustes besonders groß. Das "Versagen der Marktwirtschaft" wird für die schlechte Lage verantwortlich gemacht, anstatt den Blick auf das Verantwortungsbewusstsein der Beteiligten in Politik und Wirtschaft zu lenken. Es wäre sinnvoller, jedem Einzelnen die eigene Verantwortung vor Augen zu führen und abzufordern, als eine abstrakte Systemkrise auszurufen. Oder haben sich die Menschen in den vergangenen Jahrzehnten derart verändert? Ludwig Erhard sah jedenfalls in der "Verantwortungsfreudigkeit" eine "echte menschliche Tugend".

  Der Zweiklang aus Freiheit und Verantwortung ist im "Wohlstand für alle" maßgebend für die Wirtschaftspolitik. Dem Wettbewerb als koordinierendem Prinzip der Wirtschaft muss eine Wettbewerbspolitik zur Seite gestellt werden, die dauerhaft dafür sorgt, dass sich Unternehmen im Wettstreit mit ihren Konkurrenten vor den Augen der Verbraucher bewähren. Der Mensch an sich steht somit im Mittelpunkt der Marktwirtschaft. Wird eine in diesem Sinne freiheitliche Marktwirtschaft geschützt von einem Staat, der sich seiner ordnungspolitischen Aufgabe und seiner eigenverantwortlichen Bürger bewusst ist, wird sie damit zur Sozialen Marktwirtschaft.

  Gerade im Wahljahr 2009 soll die Wiederauflage von Ludwig Erhards "Wohlstand für alle" an die ursprüngliche Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft erinnern. Sechzig Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und zwanzig Jahre nach dem Ende der DDR ist dies notwendig: Der Begriff der Sozialen Marktwirtschaft wird heute fast über das gesamte politische Spektrum hinweg schlagwortartig und mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet, wobei Ludwig Erhards ursprüngliche Konzeption mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt wird. Da kann eine Rückbesinnung, gestützt durch diese Neuauflage, nur hilfreich sein.

 

Bonn, im Januar 2009

 

Lars Vogel

(Geschäftsführer Ludwig-Erhard-Stiftung)

 

 Vorwort zur 8. Auflage von 1964

Gewiß mag es als ein Wagnis empfunden werden, ein 1957 erschienenes aktuelles wirtschaftspolitisches Buch im Jahre 1963 neu aufzulegen. Vor die Frage gestellt, ob dies zweckmäßig sei, erinnern sich Autor und Verlag der Worte, die im August 1960 anläßlich der damaligen Neuauflage vorangestellt wurden: " Der aufmerksame Leser wird erkennen, wie sehr trotz der Geschäftigkeit und Hast des modernen Lebens, trotz der großen Verschiebungen in den ökonomischen Quantitäten die wirtschaftspolitische Problematik über Jahre hinweg die gleiche bleibt, auch wenn hier und da die handelnden Personen gewechselt, die Institutionen sich gewandelt haben mögen.   Das Ringen um die wirtschaftspolitisch richtige Erkenntnis gehört über Jahre und Jahrzehnte hinaus zum festen Bestand einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung. Insofern kommt diesem Buch heute, wie an dem Tag des ersten Erscheinens, die gleiche Bedeutung zu"  Dies allein rechtfertigt ein weiteres Mal das kühne Unterfangen der Neuauflage, das durch den Verkauf der letzten noch vorhandenen Exemplare notwendig geworden ist. 

 Am 4.2.1957 wurde die erste Ausgabe von "Wohlstand für Alle" der Öffentlichkeit übergeben. Inzwischen sind die sieben Auflagen der deutschen Ausgabe verkauft. Das Interesse war dabei nicht nur im deutschen Sprachraum außerordentlich groß; auch im Ausland bestand allgemein der Wunsch, die Gedankengänge des Schöpfers der "Sozialen Marktwirtschaft" kennenzulernen. Davon zeugen 14 fremdsprachige Ausgaben sowie eine noch größere Zahl von Übersetzungen umfangreicher Auszüge.

 Eine genaue Durchsicht des Textes zeigte, daß an der Grundkonzeption und Gedankenführung nichts geändert zu werden brauchte. Manche der wirtschaftspolitischen Anregungen und Forderungen, die 1957 verfochten werden mußten, sind inzwischen befriedigt erfüllt. Andere Probleme harren noch der Lösung, ohne daß auf auf diese Fragen abschließende Antworten erteilt werden konnten. 

 Im einzelnen kommt einer vor 7 Jahren berechtigten Feststellung jetzt primär historische Bedeutung zu, während andererseits neue Aufgaben zur geistigen Durchdringung heranreifen. Für die Neuauflage wurden die in der früheren Ausgabe verwendeten Zahlen auf den neuesten Stand fortgeführt, soweit dies sinnvoll erschien. Um neben dieser Aktualisierung des Datenwerks einen Einblick in die neuesten Überlegungen des Verfassers zu geben, wurde das Schlußkapitel neu geformt.

 Es enthält dabei auch als bedeutsames politisches Dokument seine Regierungserklärung vom 18. Oktober 1963. Damit hat der Verfasser nunmehr als Bundeskanzler seine Vorstellungen von den Aufgaben der Gegenwart und der nahen Zukunft präzisiert, wobei hier nicht nur - nicht einmal vornehmlich - der Wirtschaftspolitiker spricht. Die Regierungserklärung ist gerade wegen der Einbettung der Sozialen Marktwirtschaft in eine umfassende Betrachrungsweise bemerkenswert. Sie verdient deshalb, gerade in diesem Buch niedergelegt zu werden; - lautet doch einer ihrer Kernsätze:

"Als Bundeskanzler verbürge ich mich, die Politik der Sozialen Marktwirtschaft konsequent fortzusetzen." 

 

 Im Februar 1964

  

 Grußwort zur Erstausgabe von 1957

Das Jahr 1957 wird für das deutsche Schicksal großes Gewicht haben. Dieses Buch, dem ich den Titel

"Wohlstand für alle" gab, soll Rechenschaft ablegen über unsere Arbeit in den letzten Jahren und Wege weisen für eine glückliche Zukunft.

 In diesem Sinne hoffe ich, daß es ein gutes Rüstzeug ist in den Auseinandersetzungen unserer Zeit.

            

                                                                                                                   Ludwig Erhard

Die Freiheit ist ein so hoher und absoluter Wert, dass sich ein Volk selbst preisgibt, wenn es auf sie verzichtet.

                                                                                                               Ludwig Erhard (1963 / G 816)

Weitsichtig, verblüffend aktuell und inspirierend: Das Prinzip Freiheit

 

Prof. Dr. Ludwig Erhard, - Das Prinzip Freiheit - Maximen und Erkenntnisse,

Herausgegeben von Lars Vogel im Auftrag der Ludwig-Erhard-Stiftung

ANACONDA Verlag GmbH, Köln 2009,

160 Seiten, ISBN 978-86647-409-3  Mehr 

 

 

Ludwig Erhards politische Erfolge, die ihm den Beinamen »Vater des deutschen Wirtschaftswunders« eintrugen, waren stets geprägt von einer unerschütterlichen Überzeugung: Eine gerechte und nachhaltige Wirtschaftsordnung muss sorgfältig auf die jeweils herrschenden sozialen Verhältnisse abgestimmt sein. Der vorliegende Band versammelt die prägnantesten Gedanken und Kernsätze Erhards zu einer im besten Wortsinn verstandenen »Sozialen Marktwirtschaft«  weitsichtig, verblüffend aktuell und höchst inspirierend.  

 

 Vorwort

Die Weltwirtschaft befindet sich derzeit in einer Krise, die in ihrem Ausmaß vielfach mit der Weltwirtschsfts- krise von 1929 und der darauf folgenden Großen Depression verglichen wird. Damals wie heute scheinen Kapitalismus und Marktwirtschaft am Ende zu stehen; der Saat wird zum Retter aus der dramatischen Lage erhoben.

  Die Folgen des Niedergangs in den 1930er und 1940er Jahren haben sich tief ins Gedächtnis der Menschen gebrannt: von der Abkehr vom internationalen Handel bis zu den totalitären Regimen Europas. In dieser Zeit wurden aber auch wissenschaftliche Konsequenzen aus den Jahren des wirtschaftlichen Laisser-faire, der zum Manchesterkapitalismus geführt hatte, und aus den sich konkretisierenden planwirtschaftlichen Ideen gezogen. Dies war die Geburtsstunde der Sozialen Marktwirtschaft.

  Zu dieser Zeit etablierte sich ein Theoriegebäude, welches die Schwächen einer grenzenlosen Marktwirtschaft mithilfe eines starken, Regeln setzenden Staates überwinden wollte: der Ordoliberalismus als deutsche Spielart des Neoliberalismus. Ergänzt um Prinzipien der christlichen Soziallehre, wie Solidarität und Subsidiarität, findet sich hier das geistige Fundament der Sozialen Marktwirtschaft, wie Ludwig Erhard sie verstand.

  Ausgangspunkt der Sozialen Marktwirtschaft ist die Erkenntnis, dass der Mensch befähigt ist zur Freiheit, die immer aber auch Verantwortung bedeutet und ständig aufs Neue erkämpft werden muss. In komplexen, arbeitsteiligen Gesellschaften moderner Prägung bedarf es einer Ordnungspolitik, die dafür sorgt, dass die individuelle Freiheit sich nicht von der dazu gehörigen Verantwortung löst, z.B. durch Haftungsregeln.

   Die Soziale Marktwirtschaft baut zudem auf Wettbewerb - einerseits als Mittel zur Entmachtung auf dem Markt, andererseits als Entdeckungsverfahren mit dem nicht nur materiell zu verstehenden Ziel "Wohlstand für alle".

Da die Geschichte lehrt wie schnell Wettbewerb durch Machtstrukturen wie Monopole und Kartelle verdrängt wird, verlangt es nach einer Wirtschaftspolitik, die dem Erhalt des Wettbewerbs dient. Umso erfolgreicher diese Wirtschaftspolitik ist, desto weniger bedarf es einer eigenständigen und korrigierend eingreifenden  Sozialpolitik. Diese Erkenntnis ist besonders wichtig mit Blick auf den sich stetig ausbreitenden Versorgungs- staat, den Ludwig Erhard heraufziehen sah und als "modernen Wahn" bezeichnete. 

  Im Krisen- und Wahljahr 2009 wird die Soziale Marktwirtschaft beinahe über das gesamte politische Spektrum hinweg zum Erfolgsmodell beschworen. Bei dieser Breite ist die begriffliche Unschärfe wenig verwunderlich. Zeit also, sich mit den Maximen und Erkenntnissen Ludwig Erhards im Wortlaut auseinanderzusetzen.

                                                                                                                                   Lars Vogel

Hier finden Sie uns

Wirtschaftspolitische Gesellschaft von 1947 e.V.

Geschäftsstelle

Am Seeberg 7a
61352 Bad Homburg v.d.H.

Telefon: 06172 936901

Telefax: 06172 936902

 

E-Mail: info@wipog.de 

 

Unsere Öffnungszeiten

Auf Anfrage nach Vereinbarung

Mitglieder

Mitglieder können natürliche und juristische Personen sein.

Mitglieder sind u.a.

 

· Landesinnung für das Augenoptikerhandwerk in Hessen

· EKF Finanz Frankfurt GmbH

· Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 
· Frankfurter Sparkasse 1822

· Geisel & Luce GmbH
· Handwerkskammer Rhein-Main
· Hessischer Bauernverband e.V.
· Hessischer Philologenverband

· Hessisches Wirtschaftsarchiv

· IHK Darmstadt Rhein Main Neckar

· IHK Frankfurt am Main
· IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern

· IHK Offenbach am Main

· IHK Lahn-Dill Standort Dillenburg

· Siemens AG

· Landesbank Hessen Thüringen

· Portland Zementwerke, Gebr. Seibel GmbH & Co. KG 

· Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V.

 

 Mehr

Besucher

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© 2009-2014 Wirtschaftspolitische Gesellschaft von 1947 e.V.